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014 — Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

Juergen 014da war immer ein komischer geruch. ein bisschen nach trockenen
blättern und nach staub und gespenst. ich hab’ mich nicht so oft da rein getraut. da war es unheimlich, als wenn da jemand wäre. es war aber niemand da. also ich meine, man konnte niemanden sehen. aber irgendwie spüren.
manchmal lagen sachen vor dem spiegel. einmal ein angebissener apfel. einmal ein kamm. einmal so ein buntes band. und ein haufen schwarze haare.
ich hab’ das alles in die schwarze kiste getan, aus der ab und zu sogar mal musik zu hören war. dann bin ich wieder raus und hab’ die tür fest zu gemacht. ich habe auch stimmen gehört, konnte aber nie verstehen, was sie sagten. als ich mal wieder rein ging, stand da eine frau. sie hat den spiegel angebrüllt. der spiegel hat zurück gebrüllt. die frau hat ihre bürste nach dem spiegel geworfen und er ist zersprungen. und jetzt sagen sie alle, ich wäre das gewesen.

014 — Jürgen Gisselbrecht (Text) | Sylvia Hagenbach (Foto)

Sylvia 014Na los. Komm. Die Wand ist noch weiß, der Herbst ist schon gelb. Sprüh! Ich bin »Crombs«. Wer das ist, wollt ihr wissen. Warum die Blätter im Herbst gelb werden fragst du ja auch nicht. Also halts Maul und lass mich weiter schreiben. Muss die weiße rissige Wand noch ganz »Crombs« machen, mit Farben, Strichen, Variationen, wie die Blätter dort am Ast.
Nein, ich bin kein Ami, ich bin Cäsar Raphael Oskar Member Big Sexy, nennt mich einfach »Crombs«.
Gestern Früh lief ich vorbei an mir und wußte, es reicht nicht. Ein »Crombs« reicht einfach nicht. Die Wand muss voll sein, die ganze Wand. Und dann die nächste Wand und dann die ganze ganze Weltwand, überall »Crombs« – bin ich, nicht Du!