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013 — Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

Juergen 013

weisste was, gleich reichts mir, jeden tag dieselbe leier, eimerchen schäufelchen stiefelchen grabgrabgrab, grabbeln da rum in meinem sand in meinen muscheln und stinkesternen bah, und jetzt isses auch schon zu kalt, die essen jetzt nix mehr am strand kein eis, keine wurscht, nix, nix mehr zu holen von denen, rennen nur rum und graben und suchen und glotzen und das doofste sind diese bunten flatterteile, die sie hinter sich herziehen an fäden drachen drachen so’n mist nichmal alleine fliegen könnense ach pass auf du musst doch gegen den wind rennen huch und dann zerren die und dann geh’n echt diese dinger in die luft hoch und glotzen mich emma blöd an mit ihren schlabberaugen ach geh’ mir doch weg mit diesem ganzen mist. so. ich sag’s jetzt mal ganz deutlich: ich scheiße auf euch! und zwar – JETZT!

013 — Jürgen Gisselbrecht (Text) | Sylvia Hagenbach (Foto)

Sylvia 013

Orange und Blau, ein Mann fährt Schiff, kein Dampfer, ein kleines Schiff, eher doch ein Boot. Es ist kein Meer, kein großer See, es ist der Maschsee. Auch nicht New York, es ist Hannover.
Deshalb fahr ich hier auch schon seit 12 Jahren mit. Ich fahre vorwärts, manchmal auch rückwärts, aber nicht oft. Die Bäume im Frühling und die Bäume im Herbst – sind eigentlich überall schön, aber vom Dampfer aus sehen sie aus wie bei der Spielzeugeisenbahn. Ich fuhr’ gerne Zug, musste aufpassen beim rangieren, manchmal stießen sie dann doch zusammen, die Züge.
Jetzt ist es auch schon Nachmittag, sind nicht viele Passagiere, vielleicht drei oder zehn, hier. Aber das macht ja auch nichts, ist noch Platz. Und in zwanzig Minuten oder morgen Früh bin ich auch wieder an Land. Dann geh ich die Fifth Avenue entlang und gehe in die Affenschaukel, da gibt es gutes Herrenhäusener. Ja, ich werde mir dann den Wecker stellen, damit ich morgen das Schiff nicht versäume, ich werd’ noch weit fahren, weiter als nach Langenhagen, wahrscheinlich nach Australien, aber das muss ich dann den Steward, besser den Kapitän fragen.
Manchmal stell ich mir dann vor, wenn ich die Augen öffne, wie es ist mit dem großen Schiff oben im Himmel zu sein, so zwischen Engeln und dem toten Gott dort. Ich glaub’, auch der Kapitän wird staunen.