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058 | Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

Foto: Jürgen Gisselbrechteinmal, dann immer wieder begegnet mir der engel mit der breiten brust. nur bei sonnenschein, sonst lässt er sich nicht blicken. ist er dennoch da, unsichtbar aber genau so aufmerksam? manchmal tanzt er vor mir her, manchmal schleicht er hinter mir und es scheint, als sei er nur für mich da. ein persönlicher engel, sei es zum schutz, sei es zur überwachung meiner nicht immer ordnungsmachtkompatiblen wege. muss ich mich hüten oder hütet er mich? womöglich ist er einer aus der neuartigen hauchzarten fußfesselgeneration, deren gewicht keine rolle spielt, zunächst. die später dann aber umso schwerer einen stein am strick an den hals hängen, unvorstellbar träge machen, dass du keinen fuß mehr vor den anderen setzen magst. und an deiner eigenen gefühlten trägheit zugrunde gehst? nein, das nicht, lauf schnell, dann wird er nicht hinterrücks seine machenschaften an dir ausprobieren können. denn immer wirst du einen schritt voraus sein, einen schritt vor dem grauen hauch, der, gefährlich oder nicht, an dir hängt. oder dahinter. nie sollst du ihn auf dir sitzen lassen. denn dann ist es aus mit den geheimen wegen.

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