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056 | Sylvia Hagenbach (Text) | Jürgen Gisselbrecht (Foto)

diese windige zugige ecke, in der es stinkt. hier haben sie uns geparkt, wir sollen achtgeben. aber es passiert nichts. mir hängt schon das hirn in bunten windungen aus dem kopf. darauf sollte ich lieber achtgeben. wenn es sich vor lauter unbefriedigter neugier immer weiter rauskringelt, kann ja sonst was passieren! es würde sich überall hin schlängeln. Zuerst würde es uns einspinnen, roller, roller, hund. oder hund, roller, roller. nicht auszudenken. totale bewegungsstarre. noch schlimmer als jetzt. das ginge gar nicht. aber es wird wohl so kommen, wenn nicht bald was passiert.

jetzt kommt ein einkaufsnetz. ein großes einkaufsnetz, das fast über den boden schleift. es ist dunkelblau, darin viele orangen. eine hand hält das netz sehr fest. die hand selbst ist nicht zu sehen, kein stückchen haut. die hand ist eingepackt in einen handschuh. auch der handschuh ist blau, aber es ist ein weisser hirsch darauf. warum sind auf wintersachen immer hirsche oder rentiere? und nur so selten ein hund. oder niemals ein hund. das ist ungerecht. das menschenbein steckt in einer plumpen braunen hose, darunter kann man einen turnschuh sehen. das sieht wohl auf der anderen seite genauso aus. da guck ich gar nicht erst nach. ich glaube, die ersten schlingen sind schon an meinen beinen. jetzt kommen in großer eile die beiden anderen gerannt. ich erkenne sie an den schuhen. einmal adidas, einmal no-name. ich fliege durch die luft, der eine stopft mich in seine jackentasche. nur ein bisschen gehirnwindung guckt noch raus. das ist mir jetzt auch egal. da sollen jetzt die doch mal richtig aufpassen.

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